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TAGGED: BRUNO DER SCHWARZE + KASPAR HAUSER
STROSZEK + DIE FREMDE IST DER TOD + PHANTOMANIE

BRUNO DER SCHWARZE, ES BLIES EIN JÄGER WOHL IN SEIN HORN

BRUNO THE BLACK | BRUNO LE NOIR
Buch/Regie: Lutz Eisholz | Kamera: Joseph Dayan
Darsteller: Bruno S., Rolf Sauer, Elisabeth Sauer, Roland Neumann,
Lolotte Pause, Anja Schwerk, u.a.
81 min | 35 mm Farbe |  16mm Farbe | Sony-Umatic-Kassette | Deutschland 1970
Vertrieb in der BRD: Atlas Film und AV., Duisburg
Weltvertrieb: Transocean International, 8000 München 2, Briennerstr. 1

Hier folgt der Textvorspann zum Film, der 1970 gedreht wurde (und vor Ablauf des Films auf der Leinwand erscheint!): BRUNO S. WIRD AM 2. JUNI 1932 UNEHELICH IN BERLIN GEBOREN. SEINE MUTTER STECKT IHN 1935 DREIJÄHRIG IN EINE ANSTALT FÜR GEISTESKRANKE IN KETSCHENDORF BEI FÜRSTENWALDE. DORT VERBRINGT BRUNO SECHS JAHRE. DANACH ÜBERNIMMT IHN DAS KINDERHEIM WIESENGRUND IN DEN WITTENAUER HEILSTÄTTEN. SEINE MUTTER BESUCHT IHN NIE. ER FÜHLT SICH VON IHR ABGESCHOBEN. ZUM ERSTENMAL TÜRMT ER 1945 AUS DEM HEIM. BRUNO IST 13 JAHRE ALT. 1946 GREIFT MAN IHN AUF. DAS LANDESERZIEHUNGSHEIM IN TEMPLIN IST SEIN NÄCHSTER AUFENTHALTSORT. AUS DIESEM HEIM BRICHT ER FÜNFMAL AUS. ERST IM ERZIEHUNGSHEIM STROBESHOF IN GROSSBEEREN (1947) FÜHLT ER SICH WOHL. MAN VERTRAUT IHM. BRUNO ERHÄLT URLAUB UND HAT NIE DAS BEDÜRFNIS, WEGLAUFEN ZU MÜSSEN. WEGEN PLATZMANGEL VERWEIST MAN IHN IN EIN JUGENDWOHNHEIM IN BERLIN. ER WIRD ALS HILFSARBEITER TÄTIG. NACH EINEM HALBEN JAHR VERSCHWINDET ER WIEDER. 1948 WIRD ER UNTER FALSCHEM NAMEN AUFGE­GRIFFEN UND VON EINER SAMMELSTELLE FÜR JUGENDLICHE ZUM ZWEITENMAL IN DAS HEIM FÜR GEISTESKRANKE KINDER DER WITTENAUER HEILSTÄTTEN EINGEWIESEN. NACH DREI WEITEREN AUSBRUCHVERSUCHEN KOMMT ER ENDGÜLTIG IN DIE GESCHLOSSENE ANSTALT. BRUNO IST 16 JAHRE. ALS 1949 SEINE MUTTER STIRBT, FLIEHT ER ZWEIMAL AUS DER ANSTALT UND BESUCHT IHR GRAB. DANN RESIGNIERT BRUNO. ER VERLÄSST DIE ANSTALT NICHT MEHR. 1958, NACH ZEHN JAHREN, WIRD BRUNO ALS "GEHEILT" IN UNSERE GESELLSCHAFT ENTLASSEN. (Lutz Eisholz über Bruno S.)

INFO: „Bruno, der Schwarze“ ist 1970 entstanden als Abschlussarbeit an der Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Der Regisseur Lutz Eisholz gehörte damals zum ersten Jahrgang, der an der dffb seine Ausbildung machte. Durch diesen Film, der 1973 in der Reihe „Der Studiofilm“ im Fernsehen ausgestrahlt wurde, „entdeckte“ Werner Herzog erst Bruno Schleinstein. Der Film wurde mehrfach prämiert (Filmwoche Mannheim, Filmforum Duisburg) und lief auf internationalen Filmfestivals, u.a. in Cannes, Perth/Australien und Edinburgh. In der BABYLON-Filmreihe über Bruno Schleinstein, der im August diesen Jahres verstorben ist, konnte dieser Film nicht gezeigt werden. Nun ist es gelungen, diesen Film wieder aufzufinden und auch den Regisseur Lutz Eisholz, der in diesem Jahr 70 Jahre wird, zum Gespräch einzuladen.

Der wahre Bruno S. - Das BABYLON präsentiert eine Wiederentdeckung: Der erste Film mit Bruno Schleinstein wird in Anwesenheit des Regisseurs Lutz Eisholz gezeigt.

Filmvorführung am 5.10.2010 | 19:30 h | Kino Babylon, Berlin-Mitte

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JEDER FÜR SICH UND GOTT GEGEN ALLE — KASPAR HAUSER

Regie: Werner Herzog, mit Bruno S., Walter Ladengast, Brigitte Mira,
Willy Semmelrogge, Herbert Achternbusch
35mm color | 110 min | Deutschland 1974

Bruno Schleinstein - Kaspar Hauser1829 taucht in Nürnberg ein geheimnisvoller junger Mann auf. Er kann kaum gehen und sprechen. Sein Leben lang war er in einem Kellerloch eingesperrt, ohne jeden menschlichen Kontakt. Sofort erweckt er die Neugier der Biedermeier-Gesellschaft. Bei seinem Lehrer lernt er lesen, schreiben und die gesellschaftlichen Umgangsformen. Doch seine naive, unverbildete Logik stößt auf Unverständnis: Sie provoziert, entlarvt und verspottet die Gesellschaft. Das Ende seiner Gefangenschaft bringt Kaspar Hauser keine Befreiung .Anhand authentischer Dokumente aus dem 19. Jahrhundert erzählt Werner Herzog die Geschichte des Kaspar Hauser und setzt mit diesem international ausgezeichneten Film Maßstäbe. Ungeklärt wie seine Herkunft ist noch bis heute Kaspar Hausers Ende.

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STROSZEK

Regie: Werner Herzog, mit Bruno S., Eva Mattes, Wilhelm von Homburg und Burkhard Driest
35mm | 108 min | Deutschland 1976

Bruno S. mit Eva MattesWerner Herzogs "Stroszek" ist nur auf Grund eines gebrochenen Versprechens entstanden: Nachdem Herzog zusammen mit dem Laiendarsteller Bruno S. 1974 den Film "Jeder für sich und Gott gegen alle – Kaspar Hauser" inszeniert hatte, versprach der Regisseur dem Berliner Hinterhofmusiker noch einen weiteren Film, nämlich *Woyzeck*, mit ihm zu drehen. Als sich Herzog an die Planung zu Woyzeck heran machte, stellte er jedoch fest, dass dies keine Rolle für Bruno S. sei, sondern viel besser zu Klaus Kinski, mit dem er bereits bei Aguirre – Der Zorn Gottes (1971) zusammengearbeitet hatte, passte. Und so versprach Herzog Bruno S. am Telefon, dass er ein neues Drehbuch für einen ganz neuen Film für ihn schreiben würde – und das innerhalb einer Woche. Stroszek klingt deshalb nicht nur zufällig so ähnlich wie Woyzeck. — Auf der Suche nach dem großen Glück wandert der Kleinganove und Straßensänger Bruno S. kurz nach seiner erneuten Entlassung aus dem Berliner Gefängnis samt Streuner-Freundin Eva und Nachbar Scheitz nach Amerika aus. Das ungewöhnliche Trio will auf der anderen Seite vom großen Ozean sein Glück versuchen. In einem gemütlich warmen 21 Meter langen Wohnwagen in Wisconsin finden sie es, doch es ist nicht von langer Dauer. Nach Zahlungsschwierigkeiten wird der Wohnwagen versteigert und der Traum zerplatzt. Zu allem Unglück wird Stroszek auch noch von Eva verlassen. Wird die Glückssuche im Fiasko enden?

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BRUNO S. — DIE FREMDE IST DER TOD

Regie: Miron Zownir, mit Bruno S., Harry Hass, Lars Rudolph, Klaus Theuerkauf
Alexander Hacke und Fritz Schuler
60 min, color | Virus Film-Produktion | Deutschland 2002

Bruno S. in "Die Fremde ist der Tod"Als Bruno S., der sein Leben bis dahin in Heimen, Obdachlosenasylen und psychiatrischen Anstalten verbracht hatte, 1975 zu den Filmfestspielen nach Cannes reiste, wurde er dort wie ein Star gefeiert. Durch seine Darstellung des Kaspar Hauser in Werner Herzogs Film „Jeder für sich und Gott gegen alle“ schien dem oftmals verspotteten Außenseiter endlich der Ausbruch aus seiner Isolation gelungen zu sein. Mit seinem nächsten Film „Stroszek“, den er wiederum mit Bruno S. in der Hauptrolle besetzte, wollte Herzog ihm nach eigener Aussage „ein Monument“ setzen. Doch mit diesem Teil seiner Vergangenheit hat der inzwischen 70-jährige Bruno S. abgeschlossen. Die Distanz, die er zu sich findet,wenn er in der dritten Person von sich spricht, scheint ihm zu helfen, die vielen Verletzungen seiner Seele von außen zu betrachten: „Da haben sie ihn gesucht und gebraucht dafür. Bruno ist doch nur ein Wegwerfartikel.“ Denn dem kurzen, schnellen Ruhm folgten lange Jahre der Einsamkeit, in denen der Briefkasten leer blieb und das Telefon in seiner engen Wohnung viel zu selten klingelte. Auf Bruno S. angesprochen, zeigte sich sein Entdecker Herzog erstaunt: „Ach, der lebt noch?“ Wie Bruno S. lebt, zeigt dieser Dokumentarfilm. Dabei geht es nicht darum, ihn als Opfer von Institutionen und Vorurteilen zu zeigen, sondern als einen Menschen, der allen Benachteiligungen zum Trotz ohne fremde Hilfe seinen eigenständigen Weg gefunden hat. Gegen die ihm widerfahrenen Ungerechtigkeiten versucht er sich zu wehren, indem er Bilder malt und seit 30 Jahren mit seinen Musikinstrumenten um Berlins Häuser zieht. In den Texten der Lieder, die Bruno begleiten, findet er seine Gefühle genau beschrieben.

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PHANTOMANIE

Regie: Miron Zownir, mit Bruno S., Vivien Bullert, George Nickel, Hans Michel Rehberg,
Natalia Avelon, Geno Lechner, Rummelsnuff, Gina D'Orio u.v.a.
Kamera: Philip Koepsell | Musik: Alec Empire
Produktion: Divine Appointments — Nico Anfuso | Berlin
83 min | HD | Farbe | Deutschland 2009

click & viewIn PHANTOMANIE kehrte der 77 Jährige Bruno S. in der Rolle des obdachlosen BRUNO endlich wieder auf die Leinwand zurück. Bruno, der sich hoch über den Dächern der Stadt in der Ruine einer verlassenen Abhörstation eingerichtet hat, ist der letzte Freund den Aufschneider LARRY (George Nickel) noch hat. Denn was immer Larry angeht, geht schief: Er schuldet den falschen Leuten Geld und ist auf der Flucht vor einem ominösen Pfaffen, der die Bibel allzu wörtlich nimmt. Auch an der häuslichen Front droht Ärger. Seine Freundin LILLY (Vivien Bullert) ist enttäuscht von ihrer fruchtlosen Beziehung und nervt mit ihren Wunschwahnvorstellungen. Bruno sieht die Katastrophe kommen, kann sie aber nicht verhindern.

www.phantomanie.com

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